Konstantin Loskutnikov

Bossner: Cigarren für den Chef

Wer benennt schon eine Zigarre nach seiner Urgrossmutter? Ein mit allen Wassern gewaschener Russe, der Zigarren macht, wie er selbst sie rauchen möchte: Qualitativ hochstehend, von schönem Äusseren und durchaus etwas pompös.

Hans Ott

Man mag ja der Religion manchmal durchaus ein bisschen skeptisch gegenüberstehen – wenn aber ein leibhaftiger Pastor einen neuen Zigarrenladen segnet, dann wird einem doch so richtig schön warm ums Herz. So geschehen Ende Mai im österreichischen Schärding, ganz nah bei Passau und der deutschen Grenze, als die erste «Bossner Cigar Lounge» auf österreichischem Boden eröffnet wurde, mit viel Trara, einem Golfturnier, Zwei-Hauben-Koch-Menü, 130 Gästen und 1 echtem Prinz (Ferfried von Hohenzollern).
Geladen hatte Konstantin Loskutnikov, Gründer und Besitzer von Bossner – und der hat es ganz schön weit gebracht für einen, der im nordsibirischen Norilsk geboren wurde, dort, wo sich Füchse und Hasen Gutnacht sagen würden, wenn es sie denn noch gäbe, denn die Stadt mit ihren Nickelminen gilt als eine der zehn am schlimmsten umweltverschmutzten Städte der Welt. Und auch wenn Konstantin schon als Kind mit seiner Mutter ins etwas zivilsiertere Leningrad zog, so scheint Norilsk ihn nie richtig losgelassen zu haben – er kehrte als Zwanzigjähriger zurück, arbeitete als Dreher und Mechaniker im selben Betrieb wie sein Vater. Erst in den achtziger Jahren zogen er, seine Frau und der mittlerweile geborene Sohn zurück nach Leningrad, wo er auch studierte.

Konstantin Loskutnikov
Konstantin Loskutnikov

Doch in den wilden und wirren Jahren vor und nach der Perestrojka enteckte Loskutnikov sein eigentliches Talent: das Entwickeln von neuen Geschäftsideen und das Handeln. In Leningrad eröffnete er eine kleine Fabrik mit 300 Mitarbeitern, die Jeans unter dem Label «Leader» herstellte, organisierte eine Pferdezucht, Kunstversteigerungen und wohl noch das eine oder andere Business. Mit dem Putsch in der Sowjetunion im Jahre 1991 verschlechterete sich die Lage aber immer mehr und so zog er mit seiner Familie nach Berlin, wo er wieder ganz unten beginnen musste, zuerst mit einem kleinen Laden, der russische Produkte vor allem an russische Emigranten verkaufte.
So richtig erfolgreich war das aber nicht. Bis er zusammen mit seinem Vater auf die Idee kam, selbst Schokolade zu produzieren, eine Zartbitterschokolade mit hohem Kakaoanteil und mit Fruchtfüllung, wie es sie damals in Deutschland noch nicht gab. Nur beim Markennamen für die Schokolade gab es Probleme: «Loskutnikov-Zartbitter» tönt ja (nicht nur) für deutsche Ohren nicht gerade verkaufsfördernd. Ein Stöbern in der Familiengeschichte brachte die Lösung: Die Urgrossmutter mütterlicherseits stammte aus einem verarmten Adelsgeschlecht mit dem schönen -Namen Bossner, voilà, die Marke war geboren. Und weil der Name so gefiel, wurden gleich auch noch andere Geschäftszweige darunter vereint: Während die Erweiterung der Schokolade-Produktion mit einer Pralinen- und Gebäcklinie naheliegend, jene mit einer eigenen Kaffeeproduktion kreativ war, so brauchte es doch fast ein ganzes Jahrzehnt, bis auch noch die Bossner-Zigarren das Licht der Welt erblickten.
Dabei wäre das ja schon viel früher auf der Hand gelegen: Konstantin Loskutnikov wurde zum Zigarrenraucher bereits in seiner Studentenzeit in Leningrad. «Wir haben damals kubanischen Rum aus rein wirtschaftlichen Gründen dem Wodka vorgezogen - er war ein paar Dutzend Kopeken günstiger und die Flaschen deutlich grösser», erklärt Loskutnikov augenzwinkernd, «und eines Tages entdeckte ich, dass man den Rum durchaus auch pur trinken kann, wenn man das eine Zigarre raucht.» Und natürlich gab es in der Sowjetunion ausschliesslich kubanische Zigarren. Erst als er um den Jahrtausendwechsel herum in der Dominikanischen Republik Ferien machte, begriff er, dass auch Zigarren nach eigenem Gusto hergestellt werden können – ganz ähnlich, wie dies bei der Schokoladen-Eigenkreation der Fall war.
Und wie nicht anders zu erwarten, stürzte sich Loskutnikov sogleich in die neue Aufgabe, informierte sich, besuchte Ausstellungen, überprüfte Zigarrenhersteller, verhandelte und handelte: «Ich will dem Raucher eine Zigarre geben, die ihm jederzeit genau den Genuss gibt, den er erwartet. Ich mache die Zigarren ja unter anderem auch für mich selbst.»

Zuerst in der Dominikanischen Republik, dann auch in Nicaragua fand er, was er gesucht hatte: Zigarren, die sowohl geschmacklich wie auch fürs Auge von höchster Qualität sind, ausschliesslich aus Tabaksorten höchster Qualität, in der Dominikanischen Republik mit einem Connecticut-Deckblatt, in Nicaragua mit ein dunklen Deckblatt aus Ecuador – und natürlich, hier verleugnen die Bossner-Zigarren die Herkunft ihres Erfinders nicht, mit einer russisch-pompösen Bauchbinde mit Adelswappen. Denn günstig oder gar billig sollen die Zigarren auf keinen Fall wirken, «Zigarren sind ein sehr gutes Hobby, mit dem man die schöne Möglichkeit hat, Geld auszugeben», lächelt Loskutnikov.
In rund zwanzig Ländern werden die Bossner-Zigarren heute vertrieben, darunter auch Russland und die Ukraine – der russische Sohn, der heute auch einen deutschen Pass besitzt, ist heimgekommen.
Zeitgleich mit den Zigarren führte man Raucheraccessoires in die Produktpalette ein, um dem Kunden nicht nur ein Produkt, sondern ein -ganzes Paket anbieten zu können. Angefangen mit Aschenbechern hat -Bossner heute alles, was ein Raucherherz -be-gehren könnte, im Angebot: Asachenbecher, Humidore, Humidorschränke, edle Etuis. Selbstverständlich wurde auch diese Linie kontinuierlich ausgebaut und mit weiteren Männeraccessoires erweitert, Brief- und Aktentaschen, Gürtel und Krawatten. Und weil‘s so gut klappt, setzt man gleich noch einen obendrauf mit dem Bossner Cognac X.O., der rund vierzig Jahre in Eichenfässern aus dem Limousin gelagert ist – zu rund 120 Euro pro Flasche. Gute Qualität kostet ihren Preis.
So wurde Bossner denn zur übergreifenden Luxusmarke. Ekaterina Loskutinova, die 25-jährige Tochter des Firmengründers und Sales Manager des Unternehmens zeigt die Geschäftsphilosophie auf: «Durch die Breite der Produktpalette wollen wir dem Konsumenten möglichst viele Wünsche gleichzeitig erfüllen. Wir möchten, dass sich unser Kunde keine Gedanken darüber zu machen braucht, wo er das passend stilvolle Accessoire oder das passende Getränk zu seiner Zigarre herbekommt, sondern sich einzig und allein auf den Genuss konzentrieren kann.»
Fleiss, Handel, Gespür für den Markt – doch vielleicht ist das Erfolgsrezept der Loskutnikovs sogar noch ein bisschen simpler – vielleicht lassen sie sich ihre neuen Geschäfte einfach immer segnen.

Bossner Zigarren – Vielfalt mit hoher Qualität

Die Ursprungsländer der Bossner-Zigarren sind die Dominikanische
Republik und Nicaragua. Bei der Herstellung der Zigarren werden ausschliesslich Tabaksorten höchster Qualität verwendet. Die Qualität der Tabakblätter wird regelmässig kontrolliert, sowohl auf den Geschmack als auch auf die Unversehrtheit der Blätter, da die Zigarren nur aus grossen langen Blättern hergestellt werden.

Damit die Zigarren den besonderen Geschmack bekommen, wird für die dominikanischen Zigarren das Connecticut Deckblatt höchster Qualität verwendet. Den Zigarren aus Nicaragua verleiht das schön glänzende und sehr wertvolle Deckblatt aus Ecuador, Colorado Maduro, einen besonderen Geschmack. Die Bossner Zigarren werden mit viel Sorgfalt und Liebe ausschliesslich in Handarbeit gefertigt.

Nicaragua

Die drei Zigarrensorten, die Bossner aus Nicaragua unter dem Label «Bossner Reserva» im Programm hat, zeichnen sich alle durch das sehr schöne, dunkle Deckblatt aus. Die Bossner Baron mit 152 Millimetern Länge und einem Durchmesser von fast 24 Millimetern gehört zu den wuchtigsten Zigarren im Markt, die Admiral ist eine starker Torpedotyp (140/22) und die Henry ist mit ihren Massen 150/22 eine leider auf 150 29-er-Boxen limitierte Rarität.

Dominikanische Republik

Mittlerweile liegen mehrere Linien aus der Dominikanischen Republik vor. Die «Bossner Classic» sind würzige Zigarren mit leichter Süsse und Zederaromen in den Formaten -Robusto, Churchill, Torpedo sowie in zwei Panatela- sowie 4 Corona-Formaten verkauft werden – dabei ist die Chruchill allerdings mit 190/20 eher als klassische Double Corona
ausgeprägt.

Die «Bossner Rolando Maduro» als Torpedo, Robusto und Double Corona unterscheiden sich von der Classic-Linie vor allem durch ein Connecticut Maduro Broadleaf als Deckblatt. Eine eigene kleine Linie bilden die Bossner Ambassador sowie die Bossner Cleopatra, die beide ein Brasil-Maduro-Deckblatt aufweisen.

Und 2008 ist die Bossner Linie durch neue Zigarren aus der Serie Limited Edition bereichert worden. Insgesamt kommen nur ein paar hundert Kisten à 10 Zigarren, die in Zusammenarbeit mit dem Prinzen von Hohenzollern, dem jüngsten Enkel des letzten Königs von Sachsen kreiert wurden, auf den Markt. Die Zigarren werden ebenfalls in der Dominikanischen Republik hergestellt. In der Füllung ist der einheimische Tabak Cuban Piloto enthalten, das Bindeblatt enthält Olor Dominicano. Die Einzigartigkeit dieser Neuheit liegt darin, dass sich in einer Kiste fünf helle und fünf dunkle Zigarren entsprechend mit dem Deckblatt Connecticut und Connecticut Maduro befinden. Der Tabak, der in den «Königszigarren» verwendet wird, wurde einer zusätzlichen Lagerung unterzogen, wodurch die Zigarren einen reichen, vollen Geschmack und ein feines Aroma aufweisen.

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