Karibische Symbiose von Cigarren und Golf
Die Dominikanische Republik ist eine grossartige Destination für Liebhaber von Top-Cigarren und herausforderndem tropischem Golf – zwei Elemente des «guten Lebens», die Hand in Hand gehen.
Golf in der
Dominikanischen Republik
Rund zwei Dutzend mehrheitlich ausgezeichnete Golfplätze bieten das ganze Jahr über viel Spass für Golfspieler bei Temperaturen um die 30 Grad. Die beste Reisezeit ist von November bis April, wobei die Vorfrühlingsmonate zu empfehlen sind, da insbesondere über die Weihnachtstage viele Golfplätze sehr gut gebucht sind. Informationen zu allen Plätzen finden sich auf der Website des nationalen Golfclubs www.golfdominicano.com, allgemeine touristische Informationen unter www.godominicanrepublic.com.
Die besten Golfplätze
Punta Espada Golf Club
18 Löcher, Par 72, 6656 Meter
Rating 77,0, Slope 137
Greenfee: 350 US-Dollars (inkl. Caddie), Tel. 001-809688-5587, www.capcana.com
Teeth of the Dog
18 Löcher, Par 72, 6723 Meter
Rating 75,9, Slope 145
Greenfee: 105 bis 200 Dollar, Caddie: 25 Dollar, Tel. 001-809523-3333, -8115
www.casadecampo.com.do
Dye Fore
18 Löcher, Par 72, 6942 Meter
Rating 77,0, Slope 134
Greenfee: 105 bis 200 Dollar, Caddie: 25 Dollar, Tel. 001-809523-3333, -8115
www.casadecampo.com.do
The Links
18 Löcher, 5990 Meter
Rating 72,6, Slope 126
Greenfee: 75 bis 125 Dollar, Tel. 001-809523-3333, -8115, www.casadecampo.com.do
Cocotal Golf and Country Club
3 x 9 Löcher, Par 35, 6556 Meter
Rating 75,3, Slope 129
Greenfee: 40 Dollar, Tel. 001-786-4653
, www.cocotalgolf.com
La Cana Golf Course,
Punta Cana Resort & Club
18 Löcher, Par 72, 6436 Meter
Rating 76,0, Slope 133
Greenfee: 130 bis 150 Dollar, Caddie: 17 Dollar, Tel. 001-809959-4653, www.puntacana.com
Punta Blanca Golf Club
18 Löcher, Par 72, 6.455 Meter
Rating 76,0, Slope 138
Greenfee: 120 bis 170 Dollar, Tel. 001-829-552-0734, www.punta-blanca.com
Guavaberry Golf & Country Club
18 Löcher, Par 72, 6543 Meter, Rating 75,6, Slope 130
Greenfee: 99 Dollar, Caddie: 15 Dollar, Tel. 001-809333-4653, www.guavaberrygolf.com
Lange bevor die Dominikanische Republik zum grössten Produktionsland für feine, handgerollte Panatelas, Coronas und Robustos wurde, drehten und rauchten die Tainios, die Ureinwohner der Inseln, einfache Versionen der heutigen Davidoffs, La Auroras oder der exquisiten Opus X von Arturo Fuente.
Doch nicht nur Cigarren machen die Karibik-Insel zu einem Must-go – auch für Golfspieler ist die Dominikanische Republik ein Paradies: der berühmt-berüchtigte «Teeth of the Dog», dazu zwei Plätze die von Robert Trent Jones designt hat, je einer von Gary Player und Nick Faldo und andere mehr.
«Wir geniessen hier eine der besten Aussichten an einem neunzehnten Loch – weltweit», sagt Olivier Brizon, Direktor Golf Operations, während wir uns einige gekühlte «Presidente»-Biere teilen nach unserer ersten Runde auf dem Punta-Cana-Golfplatz an der Ostküste. Vom eleganten Klubhaus schweift der Blick über das achtzehnte Fairway und Green zur langen Küstenlinie mit einem grossartigen weissen Strand und glitzerndem türkisblauem Wasser des karibischen Meeres. Zauberhaft.
Gerade wie dominikanische Cigarren verschiedene Geschmäcker, Stärken und Nuancen haben, so haben dies auch die Golfplätze. Ebenso von abstrakt geformten Sandbunkern wie von grünen Fairways dominiert, hat der Punta-Cana-Golfplatz sicherlich seinen eigenen Charakter. Innovativ, wunderschön und irgendwie lustig ist dieses tropische Kleinod, das von P.B. Dye, dem Sohn des legendären Peter Dye, designt ist, eine Mischung aus langen, flachen Löchern und spektakulären Löchern entlang der Küste.
Dabei sind die Abschläge eher einfach, wenn auch sie eine gewisse Weite im Schlag erfordern, aber es sind die zweiten Shots und die heiklen um das Green herum, die die wahre Herausforderung darstellen. Das Loch sieben zum Beispiel hat 21 tiefe Bunker – ein eigentliches Golfer-Fegefeuer.
Namenlose Cigarren aus der kleinen Factory – sie sind durchaus geniessbar
Landeinwärts von Punta Cana finden sich Bauerndörfer und belebte Städtchen. In der Nähe von Higuey entdecken wir Jovannys Cigar Factory, einen lokalen Cigarren-Hersteller in einer verwitterten Baracke. Die Cigarren, die hier gerollt werden, haben keine farbigen Banderolen oder bekannte Namen, aber sie sind durchaus geniessbar und kosten nur einige Pesos. Wir legen uns jedenfalls einen Vorrat einer Auswahl von Robustos und Figurados zu und machen uns auf den Weg durch Zuckerrohrfelder nach Casa de Campo. Dort wartet ein verlockendes, von Peter Dye designtes Golfplatz-Trio: Teeth of the Dog, The Links und Dye Fore.
Es ist halb acht am nächsten Morgen, vor dem Büro des Caddie Masters auf dem Teeth. Golfsäcke und Carts sind ordentlich in Reihen aufgestellt. Die Szene gleicht einem Bienenhaufen. Die Caddies, die beschäftigt Wasserkanister füllen, Clubs putzen und sich um die Kunden kümmern, tragen goldene, blaue und weisse Shirts je nach Rang und Erfahrung; ein Trupp Amerikaner kommt aus dem Shop mit eben gekauften Cigarren und macht sich auf den Weg zum Übungsgreen. Ein Hauch von Begeisterung liegt in der Luft: Hier ist das Epizentrum des karibischen Golfs.
Mit der Spitzhacke gehauene «Hundezähne» als Namensgeber
Peter Dye sagte, dass er nur elf Löcher auf dem Teeth-Golfplatz kreiert habe, Gott habe die anderen sieben Löcher entlang des karibischen Meeres kreiert. Obwohl der Ort betörend schön war, als er ihn 1969 zum ersten Mal gesehen hatte, war er bedeckt mit dickem Unterholz, stoppeligen tropischen Bäumen und Kakteen. Dye und seine Bau-Crew beaufsichtigten eine Belegschaft von 300 Dominikanern, die den Course hauptsächlich von Hand modellierten: Nachdem das Unterholz mit Macheten aufgeräumt worden war, benutzten die Arbeiter Vorschlaghämmer und Spitzhacken, um die versteinerten Korallen aufzuspitzen, die das ganze Gebiet bedeckten. Die dadurch entstandenen Spitzen nannten die Arbeiter «dientes del perro» – ein Ausdruck, der schliesslich hängen blieb für den fertiggestell-ten Teeth-of-the-Dog-Golfplatz, der momentan auf Rang 34 der weltbesten Golfplätze liegt.
Beim Aufteen am fünften Loch, dem ersten an der Küste, ist der angemessene Zeitpunkt gekommen, meine für heute erste Cigarre anzuzünden, eine sanfte Aurora Preferidos 1903, um meine Nerven zu beruhigen. Das Par 3 ist ein wirklich angsteinflössendes Loch. Die einzige Möglichkeit ist, direkt das Green zu treffen, denn kurz, links oder lang landet der Ball definitiv im Meer oder in den Felsen. Wie auch immer: Nach unserem Kampf mit dem Teeth haben unsere Golf-Egos einen echten Schlag erhalten. So sehr, dass wir im Casa de Campo, dem luxuriösesten Resort der Karibik, bleiben. Das Resort ist so gross, dass du mit einer Karte und einem Golf-Cart ausgerüstet wirst, damit du dich nicht verirrst. Neben den drei Golfplätzen gibt es Tennisplätze, eine Anlage zum Tontauben-Schiessen, einen Jachthafen, Reitställe, einen Hafen, neun Restaurants und das impostante «Altos de Chavon», eine in den 70er-Jahren erbaute exakte Kopie eines mediterranen Dorfes aus dem 15. Jahrhundert.
Später an diesem Abend im Strand-Restaurant El Pescador reden wir mit einigen Golfer-Kollegen über Dye Fore, den neusten Platz von Casa de Campo. Und bald schon ist unser Appetit für die morgige Runde geweckt und wetteifert mit den beiden meisterlichen Hauptgängen um unsere Aufmerksamkeit: Flambierter Schwertfisch mit Flusskrebsen und eine ausgezeichnete Seafood-Cassolette bereiten uns gehörig vor
aufs nächste Abenteuer.
Der Dye Fore ist ein 7714-Yard-Monster, das sich auf einem Plateau 200 Meter über dem hypnotisierenden Chavron River erstreckt. Wenn der Fluss, der sich durch die dramatische Landschaft schleicht, bekannt vorkommt, ist es, weil Regisseur Francis Ford Coppola hier Szenen für «Apocalypse Now» drehte.
Während wir unsere Putts auf dem glatten Green des 610-Yard-par-5 von Loch zehn spielen, nähert sich uns ein Course-Arbeiter, der in der Nähe eine Tee-Box getrimmt hat. «Hey amigos, woher kommt ihr? Wollt ihr gute Golfbälle? 20 Titleist für 20 Dollar pro Sack?» Verstohlen holt er ein Pack aus dem Innern seines Shirts, wie wenn er mit Drogen dealen würde. Da wir bereits einige Bälle opfern mussten, ist ein Dollar pro «Pro V1x» ein Angebot, das wir nicht ablehnen können. Die scharfen Augen der Crew behalten die Golfer ohne Zweifel im Auge, wenn sie schlagen, und jegliche durch Eigensinn oder simples Nichtkönnen verlorene Bälle werden gesammelt, gereinigt und wieder verpackt, um am nächsten Tag wieder in Zirkulation zu kommen.
Mit einer ganzen Anzahl an erzwungenen «Carries», weiten Schlägen über gähnende Abgründe und schnellen, gewellten Greens ist Dye Fore ein wahrer Test, auch für die besten Spieler. Der Platz könnte durchaus eines Tages mit dem Teeth um die Golf-Krone der Karibik konkurrieren.
Ein Besuch in der Hauptstadt Santo Domingo ist ein Muss
Doch jede «Par und Cigar»-Erfahrung wäre nicht komplett ohne einen Besuch der lebendigen Hauptstadt Santo Domingo. Diese alte Kolonialstadt, die 1496 von Bartolomew, dem Bruder von Christoph Kolumbus, gegründet wurde, wurde 1990 zum Unesco-Weltkulturerbe ernannt. Verwittertes Mauerwerk, schwere eisenbesetzte Türen und wunderschöne Balkone im Kolonialstil sind ein Zeugnis des grossartigen Stils, in welchem Kolumbus und die frühen Kolonialisten gelebt haben.
Von besonderem Interesse für Cigarren-Raucher: In Santo Domingo sind die besten Cigarren-Shops der Dominikanischen Republik zu finden. Einige in der Calle-El-Conde-Promenade haben alle die besten einheimischen Marken zu vernünftigen Preisen im Angebot. Neben dem Parque Colon in der Zona Colonial stehen zwei Cigarren-Fabriken der Monte Cristi de Tobacas, welche die nicht-kubanischen Montecristo, Cohiba und Caoba produzieren, für den Export hauptsächlich in die USA. Und in einer durchaus ansprechenden Qualität, wenn auch bei weitem nicht vergleichbar mit den Originalen.
Als wir den zweiten Stock der Cohiba-Fabrik mit Blick auf die Christopher-Columbus-Statue im Parque Colon betreten, mischt sich der scharfe Geruch der reichen Tabak-Blätter mit Cigarren-Rauch, da einige der Roller die Früchte der eigenen Arbeit geniessen während der Arbeit. Fausto Rutinel rollt seit über 37 Jahren Cigarren und ist ein Meister seines Fachs. Er rollt über 100 Cigarren am Tag und braucht nur ein Metall-Messer, ein hölzernes Brett, eine kleine Guillotine und ein bisschen pflanzlichen Klebstoff. «Cohiba Esplendidos sind meine Lieblingscigarren», sagt er und nimmt einen tiefen Zug von einem seiner Werke. Im nächsten Raum ist es Adalberto Delances Job, die Grösse und Gleichmässigkeit der fertigen Produkte zu überprüfen. Die Qualitätskontrolle ist gründlich und er legt die Cigarren, die die Messlatte nicht schaffen, auf eine Seite. Nach einer Tour in der Cigarren-Fabrik ist es beinahe obligatorisch, den Shop im Erdgeschoss zu besuchen und eine Cigarre auszuwählen oder eine Schachtel zu kaufen.
An unserem letzten Tag in der Dominikanischen Republik spielen wir eine letzte Runde in Guavaberry auf dem Gary-Player-Platz rund 45 Minuten von Santo Domingo entfernt. Es ist ein grosser, leicht abfallender Platz mit einem der herausfordernsten Schluss-Löcher der Insel, ein 466-Yard Par vier mit einem Green versteckt hinter einem enormen Korallen-Fels, der sich der ganzen rechten Seite des Fairways entlang streckt.
Am Abend machen wir uns bereit, um nach Hause zu fliegen und packen vorsichtig unsere wertvollen Erinnerungen an Golf-Scorecards, Teeth-of-
the-Dog-Mützen und neu erworbenen Arturo-Fuente-Cigarren. Was war das denn jetzt? Golfen im Cigarrenland oder Cigarrenrauchen im Golfland? Ich bin nicht sicher, welche Reihenfolge richtig ist. Aber, ganz ehrlich, spielt das eine Rolle?
Club Med: Golfferien - aber mit der Familie
Golfferien? Schön und gut, aber was, wenn mann zwar einerseits süchtig ist nach Greens, Fairways, Puts und Drives, aber andererseits seine Familie nicht vernachlässigen will und die schönsten Wochen im Jahr mit Frau und Kindern teilen will? Oder andersrum: Nicht wenig Golferinnen leiden am selben Dilemma, wenn auch mit umgekehrten Vorzeichen.
Doch für dieses kleine Problem lässt sich ohne weiteres eine Lösung finden. An einem der schönsten Plätze der Dominikanischen Republik findet sich der Club Med: An einem 600 Meter langen weissen Sandstrand haben sich die Franzosen in Punta Cana ein herrliches Stück Land gesichert, lange bevor der Ort zum Paradies für Touristen aus aller Welt wurde und noch bevor der bequeme internationale Flughafen gebaut wurde.
Seit einem 34 Millionen Dollar teuren Umbau letztes Jahr bietet der Club Med in Punta Cana wieder Ferien auf Topniveau: In 571 grosszügigen und modernen Zimmern und 32 Familiensuiten kommt auch die grösste Familie unter, mit dem Baby Club Med (ab vier Monaten), dem Mini Club Med (ab 4 Jahren, und der Club Med Passworld (von 11 bis 17 Jahren), mit Babysittern, einer Zirkus-Schule und einem abendlichen Pyjama Club ist fast rund um die Uhr dafür gesorgt, dass Kinder ihren Spass und Eltern ihre Erholung haben. Sportangebote vom Tauchen über Tennis bis (natürlich) zu Golf auf mehreren nahegelegenen Plätzen sowie ein luxuriöses Spa direkt am Strand sorgen dafür, dass auch die Grossen auf ihre Rechnung kommen. (www.clubmed.ch)
Als klassische Feriendestination bietet die Dominikanische Republik aber auch sonst Hotels und Herbergen aller Preis- und Luxuskategorien. Empfehlenswert sind für Golfer beispielsweise das Sofitel Nicolas De Ovando in Santo Domingo (www.sofitel.com), das Casa De Campo in La Romana mit seinen drei Top-Plätzen (www.casadecampo.com.do) oder der Punta Cana Resort and Club in Punta Cana (www.puntacana.com).
Ausgabe 1/2009
Archiv
Cigarren-Datenbank
Über 500 Cigarren im Test
Aktion
Verpassen Sie kein «Cigar»
Wenn Sie das neuste «Cigar» jeweils prompt in Ihrem Briefkasten haben möchten und keine Ausgabe verpassen wollen, gibt's einen einfachen Trick - abonnieren Sie. Schon für 36 Franken beziehungsweise 28 Euro senden wir Ihnen das Lifestyle-Magazin ins Haus.
Abonnieren