Hendrik Kelner

Der Tabakgeborene und die Puro d'Oro

Eine Zigarre entsteht. Und wer dahinter steht. Die Partnerschaft zwischen Davidoff und Hendrik Kelner und die jüngst gereifte Frucht dieser Beziehung.

David Höner

Wenn einer sich ein 40jähriges Berufsleben lang und mit nimmermüder Begeisterung dem Tabak widmet, ist er ohne Zweifel ein Kenner. So ein Kenner und Macher ist Hendrik Kelner. Und wenn einer der renommiertesten Tabakproduzenten der Welt eine neue Zigarre lanciert, so liegt es auf der Hand, dass aus einer derartigen Partnerschaft etwas Besonderes entsteht. Zwanzig Jahre ist es her, dass Davidoff die erste in der Dominikanischen Republik produzierte Zigarre auf den Markt brachte, 10 Jahre sind vergangen seit der Einführung der Millennium-Blend-Serie und nachdem weiter 10 Jahre geforscht, getüftelt und geraucht wurde, ist es jetzt so weit, dass mit der Puro d’Oro ein weiterer Meilenstein in der Tabakgeschichte von Davidoff in der Dominikanischen Republik gelegt worden ist.

Jawohl! Grosse Worte! Aber der Meilenstein, in Farbe und Form exzellenter Zigarren, ist nicht vom Himmel gefallen, sondern hat Herkunft und Familie. Da ist zum einen Hendrik, der mütterlicherseits aus der Dominikanischen Republik und väterlicherseits aus Holland stammt und der einen Traum hatte. Den Traum einer Zigarre, die nur aus den Pflanzen seines Mutterlandes stammt, einen Traum, den zu realisieren Geduld und Spucke erfordert.

Die sonnenverwöhnten Tabakfelder der Dom. Rep. sind bisher weniger bekannt für ideale Deckblätter, diese werden zumeist aus Connecticut oder Ecuador importiert. Hendrik begab sich also auf die Suche nach dem Ort, dessen Bewölkung, Niederschlag und Boden sich für die Verwirklichung seiner Idee eignete. Und er wurde fündig weitab der traditionellen Anbaugebiete im Süden der Insel. Das Yamasà-Tal. Heute vergleicht er den Boden, den er dort angetroffen hatten mit einem ungezähmten Hengst. Ein Boden mit enormen Reserven an Kraft und Inhaltsstoffen, den er sich zu Nutze machen wollte, um das ideale Deckblatt wachsen zu lassen. Eine solche Arbeit gleicht auch ein wenig einer Expedition, einem Aufbruch in neue, unbekannte Welten. Zwar sagt die Legende, dass in präkolumbianischer Zeit die dort ansässigen Tainos Indigenas bereits ein Kraut zum Rauchen anlässlich religiöser Zeremonien angebaut hätten, doch davon waren keine Spuren mehr vorhanden. Doch mit Glauben hat auch die Arbeit von Hendrik Kelner und seinen Mitarbeitern viel zu tun. Der Boden musste mit dem richtigen Samen vermählt werden. Als 1996 mit den ersten Versuchen begonnen wurde, den richtigen Samen für ein dominikanisches Deckblatt zu finden, waren die Ergebnisse nicht befriedigend. Erst als 2003 der erste Criollo-Samen in die rote Erde von Yamasà eingepflanzt wurde, wusste Hendrik, dass er den richtigen Ort gefunden hatte.

Am Anfang verweigerte sich der Boden noch, seine volle Kraft in die Pflanze zu geben. Die Blätter waren zu klein. «Wir lernten mit den Jahren die Erde und den Himmel besser verstehen, wir sammelten die Erkenntnisse, setzten unser Wissen und Können ein.»

Die Dominikanische Republik ist heute der grösste Zigarrenlieferant der Welt. 200 Millionen Premiums werden jährlich von Hand und bald 600 Millionen Zigarren maschinell hergestellt. Davidoff kam Ende der 1980er Jahre in die Dominikanische Republik. Im Herbst 1990 erschienen die ersten «Davidoffs» der neuen Generation. Das neue Domizil brachte neue Verbündete. Hendrik Kelner war einer von den Partnern, die den Aufbau des Unternehmens in Villa Gonzales begleitete und zur Blüte brachte. Davidoff ist heute in den Anbauregionen und in den Manufakturen einer der wichtigsten Hersteller von erstklassigen Zigarren. 1300 gut bezahlte Arbeitsplätze stehen zur Verfügung, die Ausbildung und soziale Betreuung der Mitarbeiter und deren Familien ist von überregionaler Bedeutung. Vertragsbauern wird durch eine vertraglich garantierte Abnahmegarantie ein regelmässiges Einkommen ermöglicht.

Hendrik Kelner ist heute der Davidoff-Verantwortliche in der Dominikanischen Republik und als solcher zeichnet er verantwortlich für die Qualität und die Konstanz der Produktion. «Ich liebe jeden Aspekt der Entstehung einer Zigarre. Von den Plantagen bis zu den Manufakturen, wo sie gerollt werden. Es gibt nichts, was ich lieber täte. Von Oktober bis Januar bin ich auf den Feldern, dann begleite ich die Fermentation von April bis Juli und im November sind wir fertig und der Kreislauf beginnt von neuem.» «Henke», wie er von seinen Mitarbeitern vor Ort und auch den Angestellten der fernen Oettinger Imex AG in Basel genannt wird, besucht die Bauern, die Roller und die Fermentationsräume. Er ist präsent, kräftig, meist mit einer Zigarre in der Hand.

Als Tabakexperte hat er alles erreicht, internationale Anerkennung und Auszeichnungen verschiedenster Herkunft. Das Zigarrenmachen vergleicht er mit der Arbeit eines Weinbauern. Die Mischung der verschiedenen Tabaksorten zur endgültigen Komposition entspricht einer Cuvée. Der Vater von fünf Kindern, der älteste ist 22 und der jüngste zwei Jahre alt, ist ein Geniesser und in seiner Kunst des Zigarrenmachens auch ein Poet. Er vergleicht die Komposition der verschiedenen Geschmacksrichtungen mit einer Symphonie, mit dem Zusammenspiel der verschiedenen Instrumente zum Ganzen.

«Der Hengst ist gezähmt, man kann ihn reiten», sagt er in Erinnerung an das ehemals wilde Yamasà-Tal. «Die Zigarre sagt, nimm dir Zeit, geniesse. Ich habe Dir viel zu geben. Ich habe Dir eine Geschichte zu erzählen. Von den Menschen, die pflanzen, ernten, mischen, rollen. Viele Hände sind beteiligt am Entstehen einer Zigarre, die wir hinaus in die Welt schicken. Als Botschafter Davidoffs, als Botschafter der Dominikanischen Republik, als Botschafter eines guten Lebens.»

Die neue Zigarrenserie von Davidoff, die Puro d’Oro, ist eine Tabakmischung, inklusive Deckblatt, aus rein dominikanischen Tabaken. Das Deckblatt wird mehrjährig fermentiert und gelagert und erhält so seine dunkle Farbe und rustikale Textur. Die Puro-d’Oro-Linie ist in vier Formaten erhältlich. Eine Corona – Deliciosos, eine Robusto – Magnificos, eine Corona Gorda – Notables, und eine Petit Panetela – Sublimes.

Geschmacklich können wir von der Redaktion CIGAR nicht viel sagen. Bis Redaktionsschluss haben wir noch keines der neuen Davidoffschen Wunderwerke geraucht. Sie sollen langsam, regelmässig abbrennen und eine kräftige, aromatische Note von geröstetem Kaffee und Gewürzen haben. Von einem langen, angenehmen Abgang wird gesprochen. Doch das Vertrauen in die Kunst Hendrik Kelners lässt uns die Vorfreude geniessen.

Die Puro d’Oro wird in diesen Tagen lanciert.

Ausgabe 2/2010

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