Eine Zigarre für - das Modepüppchen, das keins war!

Matthias Martens

You talk like Marlene Dietrich
And you dance like Zizi Jeanmaire
Your clothes are all made by Balmain
And there’s diamonds and pearls in your hair

You live in a fancy apartment
Of the Boulevard of St. Michel
Where you keep your Rolling Stones records
And a friend of Sacha Distel

You go to the embassy parties
Where you talk in Russian and Greek
And the young men who move in your circle
They hang on every word you speak, yes I do ...

When you go on your summer vacation
You go to Juan-les-Pines
With your carefully designed topless swimsuit
You get an even suntan, on your back and on your legs
When the snow falls you’re found in St. Moritz
With the others of the jet-set
And you sip your Napoleon Brandy
But you never get your lips wet
Peter Sarstedt – Where Do You Go To My Lovely

Ich liebe es, Dich abzuholen, Dich zu befreien, aus proseccogeschwängerten Vernissagen und vom Tanzstudio, vom Yoga oder aus Deinem schicken Office. Du bist dann umwerfend schön, in dem Moment, wo Du das eine hinter Dir lässt und dem anderen – mir – begegnest. Dann strahlst Du. Du wirfst Dein langes kupfernes Haar nach hinten und schenkst mir ein Lächeln, das tief bei mir in der Magengegend ankommt und ein langes, warmes Finish hinterlässt. Du bist in Rom, Paris und Barcelona zu Hause und sprichst 5 Sprachen. Du kleidest Dich stilsicherer als jede Frau, die ich kenne, und kannst Sonnenbrillen tragen, die eigentlich verboten sind. Wahrscheinlich hast Du über 1000 Sonnenbrillen und noch mehr Schuhe. Gästelisten existieren nicht ohne Deinen Namen, Barkeeper und Doormen sind Dein Fussvolk, sie lesen Dir jeden Wunsch von den Lippen ab. Du lachst lauter als mein lautester Kumpel und es ist ein solches Vergnügen, Dich zum Lachen zu bringen, dass ich es mir sorgfältig einteile.

Wenn wir zusammen sind, wird alles zum Event, Kinobesuche sind kulturelle Höhepunkte der Saison und ein Cocktail kann das Veilchenwunder der Vielfarbigkeit bedeuten. Der älteste Scotch, den ich Dir serviere, scheint manchmal gerade gut genug zu sein, dafür wird eine einfache Flasche Riesling zum fein gereiften Jahrgangschampagner. Und Du rauchst Zigarre wie eine Göttin. Lonsdales, Slim Panetelas, Delicados, lange schlanke Zigarren auf der Ledercouch. Ich sehe Dich in einem Strickpullover, der viel zu gross ist und eine Deiner schlanken, hellen Schultern freigibt, Dein Haar berührt die Haut. Die Zigarre liegt zwischen Deinen schönen Fingern, Du erzählst mir eine Geschichte aus Deinem wilden Leben und ich sehe nur Dich und den blaugrauen Rauch um Dich, er schleicht sich in Dein Haar wie Herbstnebel. Abends rieche ich an meinem Hemd die Assemblage aus kubanischem Zigarrenrauch und Deinem teuren Parfum. Und ich finde dazwischen noch eine Nuance, die nur von Dir kommen kann.

Wenn du an der Zigarre ziehst, tust Du das mit der Nonchalance einer echten Diva und wenn Du lachst, lachst Du wie eine Löwin. Wenn Du mit mir nach Kuba gehst, treffen sich die alte Liebe und die irrsinnige Verliebtheit und ich werde das Glücklichsein noch einmal neu erfinden.

Ich möchte mit Dir den Malecon hoch zum Hotel Nacional flanieren, jede Nacht, trunken von Mojito, Tabak und Dir. Wie gerne hätte ich Dir Don Alejandro vorgestellt, den alten Charmeur. Er hätte Dich vergöttert und an sich gezogen und ich hätte es ihm gegönnt. Ich will mit Dir durch die Tabakfelder laufen und wir lassen uns von den Blättern streicheln, Libre de Pied um die Beine, Centro Fino um die Hüfte und die Coronablätter dürfen Dein Gesicht berühren. Und mitten im Tabakfeld erobere ich mir einen Löwinnenkuss mit dem Geschmack von jungen frisch gerollten Zigarren. Wir werden Tabacaleras besichtigen und die Torcedores werden den Kopf nach Dir drehen und Dich mit dem Klopfen ihrer Chavetas auf den Tablas begrüssen und verabschieden und sie werden noch klopfen, wenn Du draussen die Sonnenbrille aus dem Haar nimmst und deine wunderbaren Augen damit beschützt. Du hängst Dich bei mir ein und wir flanieren durch die Altstadt, trinken einen Cafecito auf der Plaza des Armas. Abends fahren wir mit dem Cocotaxi ins Tropicana, Du bist

der Star im Leinenkleid und Korallenkette – ich bin Dein Kavalier im hellen Anzug. Lange Nachmittage im Club Habana, kolonialistisch gediegen und schön, mit Zugang zum Meer. Wir essen die Lobster, die die Spanier und Amerikaner verschmähen, die alten mit dem Moos auf dem Panzer, denn sie sind die besten der Welt. Du liest mir abends Irving vor, von Bären, Hunden, Ringern und Reisenden, von der grossen Angst und der noch grösseren Liebe. Wir speisen jeden Abend im ersten Stock des Gato Tuerto, während wir auf die Musik warten, die uns, Sabado triste – Domingo feliz, auf die Tanzfläche treibt, alle tanzen und später landen wir wieder im Garten des Nacional, auf der Bank ganz vorne mit Blick aufs Meer und wenn Du an meiner Schulter einschläfst, bewache ich die Nacht für uns. Tage um Tage nur Du und ich und die karibische Zeitlosigkeit, Rauch und Rausch, wir sehen die hundert Feuer von Cienfuegos und die Kanonen von La Morra, die Kathedrale von Santiago de Cuba und die Schönheit Trinidads und die Strände an allen Enden der Insel und eigentlich sehe ich nur Dich, denn ich bin verliebt darin, in Dich verliebt zu sein!

Ausgabe 4/2010

Cigarren-Datenbank

Über 500 Cigarren im Test

In jeder Ausgabe von «Cigar» werden aktuelle Cigarren getestet – finden Sie hier die wichtigsten Testergebnisse und Informationen zu den aktuellen Cigarren.

Suchen Sie nach einem Herkunftsland, einer Marke oder einem Format...


...oder geben Sie ein Stichwort für die Suche ein.

Aktion

Verpassen Sie kein «Cigar»

Wenn Sie das neuste «Cigar» jeweils prompt in Ihrem Briefkasten haben möchten und keine Ausgabe verpassen wollen, gibt's einen einfachen Trick - abonnieren Sie. Schon für 36 Franken beziehungsweise 28 Euro senden wir Ihnen das Lifestyle-Magazin ins Haus.

Abonnieren

Werben im «Cigar»

Ein Zielpublikum für Sie

«Man sollte immer erst eine Cigarre rauchen, ehe man die Welt umdreht», erklärte der deutsche Reichskanzler Otto Graf von Bismarck Werben Sie da, wo sich die Leute treffen, die an der Welt drehen.

Print Online