Schenken macht Freude
Die kollektive Hauptschenksaison beginnt leise. Anfang Oktober. Sie steigert sich in den ersten Wochen eher langsam, wird schneller, intensiver, entwickelt sich im zweiten Dezemberdrittel zu einer Art Spurt, einem verschwenderischen Crescendo, einem allgemeinem Kaufrausch, welcher abrupt innert ein oder zwei Tagen abbricht. Die ganze Palette menschlicher Emotionen, von überbordender Liebe bis hin zur eisigen Verachtung lässt sich in Geschenkpapier verpacken. Eine faszinierende und nicht einfach Zeit für diejenigen, die unserer Geschenkkultur frönen.
Dieser Kultur versuchen wir in unserem Thementeil nachzuspüren. Unsere Fotostrecke zeigt selten gesehene Objekte aus der Schatzhöhle des Staates unter der Monbijoustrasse in Bundesbern. Das Titelbild ist dort aufgenommen worden. Es wird berichtet von zwei kreativen Menschen und ihrer Suche nach der Inspiration. Eine eigentliche Geschenksuche. Oder von der fehlgeleiteten Suche, das Geschenk in Schenkkreisen zur Pflicht zu machen. Dann gab es Zeiten und Sitten, wo die Gabe eine andere, übergeordnete Funktion hatte.
Und die Rede ist natürlich vom Tabak. An der Inter-tabac in Dortmund konnten wir uns davon überzeugen, dass, allen Unkenrufen zum Trotz, die Welt der edlen Zigarren weiterhin ganz oben auf der Geniesserskala steht. Wir haben den Kapitän des Luxusdampfers Davidoff nach Kurs und Ziel der Reise gefragt. Wir besuchten eine Ikone des amerikanischen Tabakhandels in New York, und wir haben mit einem einheimischen Parallelimporteur über seine Arbeit gesprochen.
Der Tastingrat hatte eine Audienz am rauchenden Hof, bei seiner Majestät, der grossen Cohiba, und schildert seine Eindrücke in diesem Heft.
Ich wünsche eine entspannte Festtagsrunde.
Dafür einfach eine Zigarre anzünden.
In diesem Sinne,
David Höner
Redaktor
Ausgabe 4/2011
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