InterTabac 2016: Reden und rauchen

An der «InterTabac» in Dortmund traf sich die Branche zum grossen Stelldichein. Eine Bilanz der drei Tage im ­Zeitraffer.

Text und Fotos: Tobias Hüberli

Die «InterTabac» 2016 ist Geschichte. 11 700 Besucher pilgerten Mitte September an die weltweit grösste Tabakfachmesse in Dortmund. Es waren spannende Tage. Die Hallen vier und sieben, in denen sich das Gros der Premium-­zigarren-Hersteller traditionell konzentriert, glichen einem Dorf: Man kennt sich, aus Miami, Estelí, Santiago, Havanna oder Bünde, erzählt sich die ­aktuellsten Geschichten und raucht die neusten Zigarren. Davon sei hier die ­Rede.

Am frühen Freitagnachmittag lud Davidoff zum Presseanlass, wohl zum letzten Mal am Stand von Arnold André, dem bisherigen Vertriebspartner in Deutschland. Ab nächstem Jahr wird Davidoff mit einer eigenen in Hamburg situierten Tochtergesellschaft den deutschen Markt bedienen. Der designierte Geschäftsführer Olaf Ruf sprach von einer «reizvollen Start-up-Situation». Im Zentrum der Aufmerksamkeit stand die jüngste Kreation des Hauses und dritte Zigarre mit schwarzer Bauchbinde, die Davidoff Yamasá. Zu den drastischen Regulationen in den USA äusserte sich Hans-Kristian Hoejsgaard, CEO der Oettinger Davidoff Group, nur kurz, er zeigte sich dabei durchaus zuversichtlich: «Ich bin sicher, unser Unternehmen wird gesund am Ende des Tunnels herauskommen.»

Ganz anders tönte es bei Produzenten von Boutique-Zigarren, die nicht über ein Heer von Anwälten und stattlich ­gefüllte Kriegskassen verfügen. Bei Abe Flores von der Zigarrenmanufaktur PDR aus Santiago de los Caballeros zum Beispiel formten sich tiefe Furchen auf der Stirn, als das Thema zur Sprache kam. Wie genau es in zwei Jahren ­weitergehen werde, wisse er nicht. ­Sicher ist dafür, dass unter anderem seine Zigarrenneuheit El Trovador von Claude Guggenheim (Compañia de Tabacos) in die Schweiz importiert werden wird. Dasselbe gilt für die Linien Bellas Artes und The Last Call aus dem Hause AJ Fernandez. Von Pete Johnsons Tatuaje Black Label sollen zudem bald zwei neue Formate erhältlich sein; ein Petit-Robusto- sowie ein Gran-Toro-Format.

Die in der Schweiz von Patoro Cigars vertriebene Zigarrenmarke Bentley erweitert ihre Classic Edition mit einem Belicoso- sowie mit einem Half-Corona-Format. Im Frühjahr 2017 soll eine zweite Linie, die etwas mildere White Edition, auf den Markt kommen. Diese wird wie die klassischen Bentley-Zigarren in der Manufaktur von Joya de Nicaragua in Estelí gefertigt. Joya de Nicaragua wiederum präsentierte in Dortmund mit der Zigarre Joya Black einen etwas kräftigeren, mit Maduro-Deckblatt ausgerüsteten, Nachfolger der Joya Red.

Gewohnt umtriebig zeigte sich Jan Vistisen von Royal Danish Cigars. Der Tausendsassa brachte einen Umami-Blend an die Messe. Dessen Tabake ­durchlaufen während der Fermentation spezielle mikrobiologische Prozesse, ähnlich jenen bei der Herstellung von Wein oder Käse. Welche Bakterien dabei genau zur Anwendung kommen, wollte er nicht verraten. Immer noch auf der Suche nach einem Schweizer Importeur ist Jeremy Casdagli von Bespoke Cigars. Der im Baltikum lebende Engländer lässt seine Zigarren von Hendrik Kelner junior produzieren und steht unter anderem hinter der Haus­zigarre des Club Mareva in Split, dessen Eigner Marko Bilic jeweils das Finale der Cigar Smoking World Championship ausrichtet.

Bossner war auch da und wie immer unmöglich zu übersehen. Konstantin Loskutnikov liebt seine Zigarren wie ­seine Kinder. Er zeigte uns drei neue Formate, zum Beispiel die Michael I, ein in Nicaragua gefertigtes kräftig-aromatisches Figurado-Format. Mit der 1787 Libertad Supremo bringt Brun del Re eine der seltenen Puros aus Costa Rica auf den Markt. Die Zigarre mit Ringmass 60 ist süsslich und mittelkräftig. Keine neuen Zigarren, dafür eine gute Geschichte kann die kanarische Manufaktur El Sitio aus La Palma vorweisen. Die in Deutschland über die ­Firma Woermann Cigars distribuierte Marke sucht derzeit einen helvetischen Importeur.

Beim Humidor-Anbieter Adorini konnte unter anderem das neue Modell Cube bestaunt werden. Der Cube gewährt dank seinen Glaswänden reichlich Einblick und vereint die Vorzüge der (sehr beliebten) Adorini-Modelle Chianti sowie Treviso. Bereits an der IPCPR in Las Vegas präsentierte Xikar den Double Guillotine Cutter, ein technisches Meisterwerk mit Zahnradsystem, das einen synchronen Anschnitt der ­Zigarre garantiert. Importiert wird der Xikar-Schneider vom Basler Ray Bernasconi (The Royal Cigar Company).

Ebenfalls neu im Sortiment von Bernasconi finden sich die Befeuchtungssysteme von Boveda und verschiedenste neue ­Zigarren. Zum Beispiel die Paradiso by Ashton Quintessence, hergestellt in der Fabrik von Don Pepin in Estelí, oder aber die Quesada Reserva Privada Os­curo von Manuel Quesada, der im Rahmen der «InterTabac» am Freitagabend vom «Cigar Journal» unter Tränen für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde. Als Best Brand 2016 gekürt wurden übrigens Partagas (Kuba), Davidoff Winston Churchill (Dominikanische Republik), Alec Bradley Black Market (Honduras), Perdomo Double Aged 12 Years Vin­tage ­(Nicaragua) und Tatuaje Reserva (USA). Und am Samstagabend lud schliesslich der deutsche Habanos-Importeur 5th Avenue zur unkomplizierten Fete. Dabei wurde Felix Spohn (Zigarrenwelt) zum Habanos-Spezialist des Jahres 2016 ­ernannt.

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