cigar | « Wir sind für alle da »
Aus Cigar 1/2021
Auf Achse

« Wir sind für alle da »

Seit einem Jahrzehnt schippert der Verein Smoke on the Water seine Mitglieder im genussvollen Rahmen über den Zürichsee. In die Zukunft schaut Präsident Dietger Löffler trotz Pandemie optimistisch.

Interview: Tobias Hüberli
Fotos: Jürg Waldmeier

Der Verein Smoke on the Water begeht heuer sein Zehn-Jahre-Jubiläum. Feiern Sie überhaupt?
Dietger Löffler: Um es mal etwas pathetisch zu sagen: Genuss ist zeitlos, und die Krise kann uns mal. Das meine ich wirklich so. Wir haben im letzten Jahr kaum Mitglieder verloren und bis auf ein paar Spezialfahrten alle Leistungen angeboten. Auch dieses Jahr geben wir uns jede Mühe, die 20, wenn nicht 25 Fahrten auf dem Zürichsee durchzuführen. Fakt ist, wir haben unglaublich treue Mitglieder, und darum denke ich, dass unser Jubiläumsjahr trotz der Pandemie ein sehr schönes werden wird.

Sind Sie immer so optimistisch?
Es ist wichtig, positive Stimmung zu
verbreiten. Ich fände es unangemessen, wenn wir als Genussverein jammern würden. Das wäre merkwürdig.

Der Zusammenhalt im Vorstand, aber auch unter den Mitgliedern von Smoke on the Water scheint gross. Worauf führen Sie das zurück?
Der Verein ist wirklich für alle da, ungeachtet der beruflichen Position, der Herkunft, des Geschlechts oder des Alters. Aus diesem Grund lehnen wir zum Beispiel auch Kleidervorschriften ab. Wir richten den Fokus auf den gemeinsamen Genuss und natürlich auf gute Gespräche. Das hebt uns von den üblichen Businessclubs ab. Zudem existieren bei uns viele Untergruppen. Das sind kleinere Rauchergemeinschaften, die immer wieder aufs Schiff kommen, als Jahresevent. Bei uns kriegen auch diese Geniesserinnen und Geniesser eine Heimat.

Im Februar haben Mitglieder des Vereins das Motorschiff Ufenau gekauft. Wer ist jetzt eigentlich offiziell der Be­sitzer?
Juristisch gehört das Schiff der neu gegründeten Genussschiff AG. Das Aktienkapital wurde aus dem Vereinsumfeld gezeichnet. Smoke on the Water ist ein Ankeraktionär. Wenn der Verein das Schiff alleine gekauft hätte, wäre das Risiko zu gross gewesen. Die Vereinstätigkeit und das Schiffsbusiness wären sich da früher oder später in die Quere gekommen. Die Genussschiff AG ist Besitzerin und vermietet das MS Ufenau weiterhin an den Verein.

War es kompliziert, ein Motorschiff in dieser Grösse zu kaufen?
Eigentlich nicht. Zurzeit gibt es auf dem Markt Jumbojets in allen Farben – und Schiffe. Wir gingen das Projekt mit einer mutigen Naivität an. Natürlich haben wir die Sache abgeklärt. Aber seien wir ehrlich: Kein normaler Mensch kauft im Covid-19-Jahr ein Passagierschiff auf dem Zürichsee. Das konnten wir nur machen, weil der Verein das Schiff als Vereinslokal regelmässig nutzt, Genussfahrten durchführt und so diese wichtigen Basisfahrten bucht.

Und weil das Schiff an externe Gruppen vermietet wird?
Genau. Das MS Ufenau eignet sich für alle Arten von Gesellschaften, von Geburtstagen und Hochzeiten über Jubiläen bis hin zu Businessevents. Der Vorteil am Schiff ist, dass einem die Gäste nicht weglaufen.

Sie stellen dabei die ganze Infrastruktur, auch die Crew und die Köche?
Als Genussschiff AG und auch als Verein bieten wir ein Gesamtpaket, ja. Es gibt ein Angebot, einen Preis – fertig.


Welche Änderungen haben Sie dieses Jahr bei den Vereinsfahrten eingeführt?
Neu haben wir eine zusätzliche Brunch-fahrt am Sonntag eingeplant. Und ganz wichtig: Am Pfingstfreitag und -samstag laden wir am Steg des Zürcher Restaurants Lake Side zu einem Wochenende der offenen Tür. Alle sind eingeladen, uns kennen zu lernen.

Die Generalversammlungen des Vereins sind legendär. Findet 2021 eine statt?
Das Albisgütli ist reserviert für 400 Leute. Wir erwarten 300 Gäste. Ich bin sehr zuversichtlich, dass die Versammlung statt­finden kann. Die Alternative ist eine Online-GV, oder wir lassen alle Gäste testen. Da sind wir gut aufgestellt. Wir bringen es fertig, 300 Gäste vor dem Eingang einem Schnelltest zu unterziehen.

Der Vorstand betreibt einen beträchtlichen Aufwand. Was ist Ihre Motivation?
Tatsächlich kommen im Monat sicher 20 Stunden oder mehr zusammen. Aber in der Lebensbilanz kriege ich mehr
zurück, als ich hineingebe. Der Verein ist echt eine Herzensangelegenheit und einfach eine coole Sache.

Dietger Löffler (53) verdient seine Brötchen als Unternehmensberater. 2017 wurde er zum Präsidenten des Vereins Smoke on the Water gewählt. Zusammen mit neun Vorstandsmitgliedern führt der 53-Jährige die Geschicke des aktuell 420 Mitglieder zäh­lenden Vereins. Legendär sind nicht nur die Genussfahrten auf dem Zürichsee, sondern insbesondere auch die Generalversammlung auf dem Albisgütli. Landratten können den Verein über Pfingsten kennen lernen, am 21. und 22. Mai liegt das Motorschiff Ufenau am Steg des Zürcher Restaurants Lake Side und lädt zum Wochenende der offenen Tür. Das MS Ufenau kann auch für private Fahrten gemietet werden, es eignet sich für alle Arten von Gesellschaften, von Hochzeiten über Jubi­läen bis hin zu Businessevents.
smokeonthewater.ch
genussschiff.ch

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