cigar | Mit dem Leben gehen
Aus Cigar 1/2020
Advertorial – Avo

Mit dem Leben gehen

Sam Reuter tourte oft mit Avo Uvezian durch die Schweiz. Im Interview erinnert sich der Global Brand Ambassador und Leiter Produktinnovation von Oettinger Davidoff an eine aufregende Zeit und an einen eindrücklichen Zeitgenossen.

Interview: Tobias Hüberli
Fotos: Njazi Nivokazi / z. V. g. 

Wie war Avo Uvezian als Mensch?
Sam Reuter: Er war ein Geniesser, wie er im Buche steht. Das Leben schenkte ihm viele Chancen, und dessen war er sich stets bewusst. Avo Uvezian blieb immer bodenständig und war fähig, den Moment zu leben, wie dieser sich ihm gerade präsentierte. Und er hatte ein enormes Charisma. Wenn er einen Raum betrat, drehten sich die Leute nach ihm um. Er kam sofort mit allen ins Gespräch, vor allem auch mit Frauen. Er war ein richtiger Lebemensch, ein wahrer Gentleman und ein Mentor für mich.

Erinnern Sie sich an die erste Begegnung mit ihm?
Das war 2009, zwei Wochen nachdem ich in die Schweiz gezogen war und bei Oettinger Davidoff angefangen hatte. Wir holten ihn am Flughafen Zürich ab, um mit der damals neuen Zigarre Avo Compañero Limited Edition die AvoTour 2009 zu starten. Es war eine einmalige und aufregende Zeit.

Erzählen Sie.
Wir verstanden uns sofort sehr gut. Zigarren bringen Menschen zusammen. Uvezian wollte stets mit dem Auto reisen. Er mochte die Schweiz für ihre perfekte Organisation und staunte immer über die sorgfältig abgesteckten Baustellen auf der Autobahn. Leider hatte ich damals noch keinen Führerschein. Also fuhr uns eine Arbeitskollegin. Avo sass vorne, ein Zigarrenroller und ich hinten, der Wagen voll mit Gepäck. Während der Fahrt genossen wir natürlich feine Avo-Zigarren. Vor lauter Rauch mussten wir fast die ganze Fahrt mit offenen Fenstern fahren.

Uvezian war damals bereits 83 Jahre alt. Wie hielt er die mehrtägige Tour durch?
Das habe ich ihn auch oft gefragt. Er meinte dann jeweils: Du musst einfach alles so nehmen, wie es kommt. Du musst mit dem Leben, mit dem Fluss gehen, nicht dagegen. Ich glaube, daraus schöpfte er bis ins hohe Alter diese erstaunliche Energie. Seither versuche auch ich, diese Philosophie zu leben.

Was lag ihm näher: die Zigarren oder die Musik?
Eine schwierige Frage. Aber ich glaube, es war die Musik. Sie begleitete ihn sein ganzes Leben, brachte ihn in den Palast des Schahs und von dort nach New York. Und auch seine ersten Zigarren verkaufte er vom Piano aus. Musik war auch auf unseren Avo-Touren immer ein Thema. Wir hatten jeweils eine Band dabei und er liebte es, sich im Verlaufe des Abends ans Klavier zu setzen und das eine oder andere Lied zu spielen.

Sie waren direkt in die Entwicklung der neuen Avo Improvisations 2020 involviert. Was halten Sie persönlich von der Zigarre?
Sie ist wirklich toll geworden. Wir wollten dieses Jahr wieder eine mittelkräftige Avo präsentieren, mit schönen cremigen Noten und viel Komplexität. Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass Avo-Fans dieses Geschmacksprofil bevorzugen.

Wie meistern Sie als Leiter der Produktinnovation von Oettinger Davidoff den Spagat zwischen Avo und Davidoff?
Indem ich mit meinem Team in der Produktion für Avo-Zigarren Tabake aus anderen Anbauregionen der Dominikanischen Republik auswähle als für Davidoff. Die Marken unterscheiden sich geschmacklich klar. So hat etwa die Avo Classic eine präsente Würze, die man zum Beispiel bei einer gewissen Davidoff weniger findet. Für jede Zigarre entwickeln wir im Marketing ein sensorisches Zielerlebnis. Es ist dann die Aufgabe meines Teams, ein Tabak-Rezept zu formulieren, welches diesem Erlebnis gerecht wird.

Und welche Zigarren mochte eigentlich Avo Uvezian?
Nun, er war immer regelrecht begeistert, wenn eine neue Zigarre rauskam, und kürte diese dann jeweils sofort zu seinem Liebling. Insbesondere die Longfiller der Avo-Heritage-Linie sagte ihm zu. Sicher ist: Er liebte eher kräftige Zigarren.

Bis ins hohe Alter tourte Avo Uvezian als Markenbotschafter durch die Welt.
Avo Uvezian und Hendrik Kelner
In seinen jungen Jahren spielte Avo Uvezian auch für den Schah von Iran.

Der Luxemburger Sam Reuter (36) heuerte 2009 bei Oettinger Davidoff an und betreute bis 2012 die Marke Avo. In dieser Zeit lernte er nicht nur Avo Uvezian kennen, sondern gründete auch den Avo-Cigar-Club, der zeitweise bis zu 150 Mitglieder zählte. Heute ist Reuter Global Brand Ambassador und Leiter der Produktinnovationen der Marken Avo, Davidoff und Camacho.

Avo Uvezian kam 1926 in Beirut zur Welt. Als Kind armenischer Eltern, eines Kapellmeisters und einer Sängerin, wurde er schon sehr früh musikalisch gefördert. Als junger Mann spielte er in einem Jazztrio namens The Liban Boys, musizierte erst in Bagdad und später, auf Einladung des damaligen Schahs, im Iran. Dieser schickte Avo Uvezian 1947 nach New York und finanzierte ihm ein Studium an der renommierten Juilliard School (klassisches Piano sowie Komposition). Die Idee, eine eigene Zigarrenmarke zu kreieren, kam dem Berufsmusiker 1983 bei einem Besuch in der Schweiz, als er sich nach einem feinen Abendessen eine kubanische Zigarre gönnte und vom Preis-Leistungs-Verhältnis enttäuscht war. Zusammen mit Hendrik Kelner begann er in der Dominikanischen Republik Zigarren herzustellen. 1988 wurden die ersten Avo-Zigarren exklusiv für den Davidoff Madison Avenue Store in New York produziert. Im ersten Jahr waren es 120 000 Zigarren, drei Jahre später schon 750 000. 1995 erwarb die Oettinger Davidoff die Vertriebsrechte der Marke. Bis ins hohe Alter tourte Avo Uvezian als Markenbotschafter durch die Welt. Er verstarb am 24. März 2017, zwei Tage nach seinem 91. Geburtstag.

Frischer Wind für die Avo-Lounges

Zurzeit existieren schweizweit fünf aktive Avo-Lounges. Auch sie sind Teil des Erbes, das Avo Uvezian in der Schweiz hinterlassen hat. Dieses Jahr sind in diesen Genussorten erstmalig zwei exklusive Eventreihen geplant.

Vom 22. bis 25. März hätte die neue Zigarre Avo Improvisations Series 2020 präsentiert werden sollen. Wegen der Corona-Pandemie wurden die für jeweils 20 bis 40 Personen ausgelegten Events in den Sommer verschoben. Im Oktober folgen mit den zwei Avo-Regional-Editionen South und North die nächsten Neulancierungen, verbunden mit einem Vorverkauf und einer Konzerttour. Zusätzlich tourt das Jazztrio Claude Diallo Situation vom 21. bis 25. September durch die Avo-Lounges mit der erklärten Absicht, den Geist von Avo Uvezian mit Modern Jazz aufleben zu lassen. Auf dieser Tour sind beide Avo-Regional-Editionen exklusiv vor der Markteinführung erhältlich.

Casa Colonial
Damsaustrasse 10, 5432 Neuenhof
056 406 04 44
casa-colonial.ch

Artcibar
Rathausgasse 5, 5600 Lenzburg
062 891 35 55
artcibar.ch

Lattmann‘s
Am Platz 10, 7310 Bad Ragaz
081 330 76 12
lattmanns.ch

Tabak Fend
St.Gallerstrasse 41, 9200 Gossau
071 385 19 16
tabakfend.ch

Avo Lounge Wolfhalden
Sonder 642, 9427 Wolfhalden
071 888 14 27
chistenpass.ch

Für die am 23. März in den Avo-Lounges und am 1. April schweizweit lancierte Limited Edition Avo Improvisation 2020 verwendete der Masterblender ausschliesslich gut abgelagerte, mindestens fünf Jahre alte Tabake aus der Dominikanischen Republik (Einlage) sowie aus Ecuador (Um- und Deckblatt). Im Rauchverlauf offenbart das ansehnliche Toro-Format angenehme Röstaromen sowie retronasal eine leichte Pfeffernote. Hinzu gesellen sich eine schöne Cremigkeit und eine subtile Süsse. Fazit: ein komplexes Werk, das sanft-cremig startet und erdig-würzig endet. Die aus Plexiglas und Zedernholz bestehende Box kann in Verbindung mit einem Bóveda-Befeuchter für zwei bis drei Wochen als Reisehumidor genutzt werden.

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