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Dominikanische Exzellenz

Text: Tobias Hüberli – Fotos Samir Seghrouchni und z. V. g.
Der Name Davidoff ist eng verbunden mit dem Aufstieg der Dominikanischen Republik zu einem weltweit führenden Tabakproduzenten. Der neue Blend Puro Dominicano des Basler Herstellers ehrt das Terroir, auf dem sein Erfolg gründet.
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Es war eine durchaus riskante Wette. Ende der Achtzigerjahre verlegte Dr. Ernst Schneider, der legendäre Patron von Oettinger Davidoff, die gesamte Zigarrenproduktion des Unternehmens von Kuba in die Dominikanische Republik. Damals lag der Marktanteil von dominikanischen Zigarren in Europa bestenfalls im tiefen einstelligen Prozentbereich. Dafür öffnete sich für Davidoff mit diesem Schritt der US-amerikanische Markt, in dem Longfiller dieser Provenienz aufgrund des Embargos auf kubanische Güter seit Jahrzehnten populär waren.

Vor allem aber kontrollierte Oettinger Davidoff in der Dominikanischen Republik fortan die gesamte Produktionskette, vom Anbau über die Fermentation bis hin zur Verpackung. Seit den Neunzigerjahren investiert das Unternehmen beträchtliche Mittel in die Entwicklung neuer Tabakvarietäten. Diese Evolution lässt sich gut an den in der Zwischenzeit lancierten Zigarrenlinien ablesen. Anfang des Jahrhunderts waren Davidoff-Zigarren meist sehr milde Blends, geprägt von holzigen und grasigen Noten. Mit den neuen Tabaksorten änderte sich auch schrittweise das Profil der Marke Davidoff.

Heute kultiviert Oettinger Davidoff auf der Isla Hispaniola in 15 verschiedenen Anbauzonen eigene Tabake. Zentrale Bedeutung für das Unternehmen hat dabei die Entwicklung neuer Tabake. Auf einem Testfeld in der Nähe der Zigarrenmanufaktur Tabadom in Santiago de los Caballeros werden aus den drei Hauptsorten Piloto Cubano, San Vicente sowie Olor neue Varietäten gezüchtet. «Dieser Prozess dauert in der Regel sieben bis acht Jahre», sagt Sam Reuter, Head Global Product Innovation bei Oettinger Davidoff. Dabei wird nicht nur untersucht, in welcher Art Erde sich die jeweilige Pflanze am besten entwickelt oder wie viele Nährstoffe sie braucht, sondern auch, wie sich der Tabak nach der Fermentation sowie einer gewissen Reifezeit geschmacklich präsentiert. «Der neue Samen muss einen eigenen Charakter haben und ist abgestimmt auf das Terroir in einer oder mehreren Anbauzonen», so Reuter. Insgesamt über 80 eigene Tabakvarietäten besitzt Oettinger Davidoff zurzeit in seinem Repertoire.

Die im April lancierte Zigarrenlinie Puro Dominicano repräsentiert den aktuellen Stand der Tabakentwicklung von Oettinger Davidoff. Der hochkomplexe Blend besteht aus fünf verschiedenen Einlagetabaken, allesamt aus höheren Blattstufen. «Wir suchten nach einem kräftigen Profil, was nicht ganz unproblematisch ist», so Reuter. Dominante Tabake brauchen Raum, um sich zu entwickeln, gleich fünf davon in der gleichen Zigarre harmonisch zu kombinieren, sei anspruchsvoll gewesen. Bei der Puro Dominicano spielt jeder Tabak eine eigene Rolle. So bringt etwa jener aus der Anbauzone Navarrete Süsse und Zitrusnoten in die Zigarre. Das Umblatt aus der Zone Martín García wiederum sorgt für Cremigkeit und dämpft überdies die Kraft des würzigen Deckblatts aus der Zone Yamasá.

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Auch bei der Wahl der drei Formate beschritten die Masterblender von Oettinger Davidoff bei der Puro Dominicano Neuland: Short Robusto, Perfecto und Corona Larga fehlten bislang im Standardsortiment der Black Band Collection. Die Form der Zigarre spielt bei dieser Linie eine übergeordnete Rolle für das Raucherlebnis. So kommen beim Perfecto-Format zu Beginn nur das Deck- sowie das Umblatt zum Tragen. Erst nach dem ersten Drittel offenbart sich die gesamte Aromatik des Longfillers. Die Short-Robusto-Zigarre legt derweil los wie die Feuerwehr: Die Aromen sind vom ersten Zug präsent, was bei dem eher kurzen Format durchaus von Vorteil ist. Beim Format Corona Larga wiederum dürfen sich Aficionados auf eine sanfte Entwicklung der Aromen einstellen, wobei die Übergänge zwischen den Rauchdritteln besonders gut erkennbar sind.

Doch was heisst das konkret? Im Corona-Larga-Format startet die Puro Dominicano mit einem sehr dichten Geschmacksbild: schwarze Schokolade, fruchtig-süssliche Noten sowie erdige und ledrige Untertöne. Im zweiten Drittel kommt die gut strukturierte Würze des Longfillers stärker zum Tragen. Begleitet wird sie von angenehmen Toast- und Nussnoten. Das letzte Drittel schmeckt dann wie ein buttriges Biskuit, begleitet von cremigen und feinbitteren Noten.

Ob die Linie Puro Dominicano dereinst einen wichtigen Platz in den Annalen von Oettinger Davidoff einnimmt, wird sich zeigen. Sicher ist: Es ist der mit Abstand komplexeste Blend in Davidoffs Black Band Collection. Und er ist eine würdige Hommage an das Terroir, auf dem der Erfolg des schweizerisch-karibischen Unternehmens gründet.

Die neue Zigarrenlinie Davidoff Puro Dominicano ist seit April in den Formaten Short Robusto, Perfecto sowie Corona Larga im Schweizer Fachhandel erhältlich. Die neue Linie in der Black Band Collection von Oettinger Davidoff zollt ihrer dominikanischen Herkunft nicht nur durch ihren Blend, sondern auch durch eines ihrer Formate Tribut. Das Corona-Larga-Format mit seinem 44er-Ringmass (18 Millimeter Durchmesser) symbolisiert das Jahr 1844 – das Jahr der Unabhängigkeit der Dominikanischen Republik. Der überaus komplexe Blend der Puro Dominicano stimuliert den Gaumen auf vielfältige Art und Weise. Dem Aficionado erschliessen sich im Rauchverlauf süsslich-fruchtige Noten, aber auch Würze, Nuss, Leder, Erde, Holz sowie Röstaromen. Erhältlich ist die Puro Dominicano in schwarzen Cabinet-Holzkisten à zwölf Zigarren oder in einer Kartonvariante à fünf Zigarren. Der Preis liegt je nach Format zwischen 20.30 und 25.80 Franken.